Die Wahrheit über die Interdimensionalen

Mein Name ist Lord Stultissimus und ich muss da wohl mal was richtig stellen. Wie soll ich nur anfangen? Nun gut. Das sich ein kleiner irdischer Koch für einen König hält, daran tragen wir, das Dreamteam der GFdL leider ein klein wenig Mitschuld. Aber es war keine Absicht, sondern nur ein Verkettung von äußerst unglücklichen Umständen. Zu unserer Verteidigung vielleicht noch so viel, euer Koch ist aber auch schwer von Begriff und verdreht alles so wie es ihm gefällt.

Doch beginne ich von vorn…

Vor etlichen irdischen Jahren, als ich, Lord Ebriosus, Lady Nada, Salusa, Lord Monka und Sananda gerade unseren Master of the Universe an der Sternenflottenakademie in der Tasche hatten, spielten wir alle in einer kleinen, selbstgegründeten Band und nannten uns die „Interdimensionalen“. Waren das wilde Zeiten. Jabba gehörte auch zu uns, nur hing der immer noch an seiner Bachelorprüfung. Aufgrund seiner immensen Körperfülle hatte sich noch keine Frau für ihn entschieden. Wir waren echt gut. Lady Nada mit Gitarre am Mikro, ich am Bass, Salusa am Gong, Lord Monka trommelte, Sananda spielte die himmlische Geige und Lord Ebriosus an der  ’Iw HIq –Flaschenorgel. Jabba bildete gezwungener Maßen den Backgroundchor. Er hatte ja nirgends woanders Platz als im Hintergrund. Unser größter Hit war damals „Jedes Tentakel meines Astralkörpers ist klitschig“.  Dies war eigentlich unser einziges Lied in unserem Repertoire. Mehr brauchten wir auch nicht. Der Wirt der kleinen Taverne auf Ganymed buchte uns fast jeden Abend. Unser Auftritt fand immer kurz bevor er das Lokal schloss statt. Er fand uns richtig super und sagte jedes Mal: „Leute, seit dem ihr hier den Rausschmeißer spielt, bekomme ich die Taverne im Nullkommanix leer und kann pünktlich Feierabend machen.“ Hm, so im Nachhinein betrachtet, klingt das gar nicht mehr so toll. Egal, jedenfalls spielten wir jeden Abend dort und nach dem die Gäste schreiend die Räumlichkeit fluchtartig verlassen hatten, standen wir meist noch eine Weile vor der Taverne und sonnten uns in unserem Ruhm.

Es war mal wieder so ein Abend nach einem grandiosen Auftritt, als Lord Ebriosus plötzlich meinte, er hätte Hunger. Wir anderen verspürten auch so ein leichtes Loch in der Magengegend und überlegten, wo wir um diese späte Stunde noch etwas zu Essen herbekommen. Da hatte Sananda die Idee mal etwas Irdisches zu probieren. Er war eine Weile als Austauschmessias auf der Erde und schwärmte immer von dem guten Essen da. Bei uns gibt es ja fast nur Licht. Ist etwas eintönig. So waren alle begeistert und wir entschlossen uns per Channeling eine Bestellung aufzugeben. Telefone gibt es bei uns nicht mehr. So altmodischen Kram braucht keiner hier. Nachdem wir uns entschieden hatten, was wir essen wollen, versuchte Sananda auch gleich eine Verbindung zu bekommen. Am einfachsten klappt das mit den Verwirrten unter euch. Da ist das Gehirn kaum beschäftigt und hat genügend Ressourcen für die Übertragung frei. Leider ist die Vermittlung zur Erde etwas fehlerhaft. Das liegt an der Schumann-Frequenz. Die ist viel zu niedrig, um eine sichere und stabile Verbindung aufzubauen. Der Hohe Riesenrat versucht schon seit Jahrzehnten das Problem mit dem Bau großer Antennenanlagen auf der Erde zu lösen. Doch ausgerechnet die, mit denen wir immer Kontakt aufnehmen, meckern ständig darüber. Sananda hatte kein Glück. Der Typ, den er channelte, war wohl kein Koch. Der faselte nur die ganze Zeit von einem Ort an dem viel passieren würde. Keine Ahnung wo das sein soll. Vielleicht bei Jabba im Background.

Dann versuchte es Ebriosus und was soll ich sagen, sogar mit Erfolg. Es meldete sich wirklich ein Koch, sogar ein Küchenleiter.

Koch: „Oh die Stimmen in meinem Kopf sind wieder da. Wo sind bloß meine Medikamente?“

Ebriosus: „Ja guten Tag wir würden gern ein Gericht bei Ihnen bestellen?“

Koch: „Welch merkwürdige Frage? Ein Gericht? Bei mir? Das muss ein Zeichen sein. Ich soll wohl den Kochlöffel und die Kochmütze an den Nagel hängen und mich mit Rechtskunde beschäftigen?“

Ebriosus: „Ist mir egal mit was du dich beschäftigst, aber lass mal den Kochlöffel in der Hand und die Mütze auf dem Kopf! Zumindest so lang bis du uns was gekocht hast.“

Koch: „Ich bin so verwirrt. Was soll ich denn kochen und wer bist du? Der Schöpfer?“

Ebriosus: „Ne vom Schöpfer bekomme ich nur Anweisungen. Ist mein Chef. Wir hier sind die Interdimensionalen und haben Hunger.“

Koch: „Die Interdimensionalen haben Kontakt zu mir aufgenommen. Sie haben mich erwählt ihren Hunger zu stillen und handeln im Auftrag des Schöpfers. Endlich habe ich meine Aufgabe gefunden. Nach was hungert es euch denn? Den Weltfrieden? Ein besseres Universum? Eine erneuerte vereinte Nation?  Egal, ich kann euch alles servieren.“

Ebriosus: „Nun vorerst würden uns Königsberger Klopse reichen.“

Koch: „Königsberger Klopse? Ist das als Metapher zu sehen? Als Rätsel und Test für meinen überragenden Intellekt. Ich habe ja schon früher im Kindergarten Tests für Hochbegabte absolviert. Mit Leichtigkeit habe ich das Viereck und den Kreis gefunden. Nur das Dreieck nicht. Davor hatte ich Angst. Da war manchmal so ein Auge drin, welches mich angeschaut hat.“

Ebriosus: „Hä? Was? Wegen mir sieh es als Rätsel. Aber kannst du, während du es löst, schon mal mit dem Kochen anfangen.“

Koch: „Moment… Königsberger Klopse…Königsberger…König ist klar. Berger?…berger…Berg. Ja genau Berg. Das bin ich. Peter der Berg. Also König Peter. Aber was bedeutet der Klops?“

Ebriosus: „König Peter der Klops oder wegen mir auch der Bekloppte. Ist doch egal. Also wir würden dann später zu dir kommen und unser Essen abholen. Geht das klar?“

Koch: „Die Interdimensionalen werden kommen. Natürlich geht das klar. Ich, der Auserwählte werde auf euch warten und gemäß meiner vom Schöpfer aufgetragenen Bestimmung alles für eure Ankunft vorbereiten.“

Ebriosus: „Ah, perfekt! Müssen wir eigentlich im Voraus bezahlen? Dann würde ich einfach mal einen Engel vorbeischicken. Der Michael hat eh noch Schulden bei mir.“

Koch: „Bezahlen? Engel? Oh wieder so eine Botschaft.“

Ebriosus beendete den Channel und wir freuten uns schon auf ein leckeres Nachtmahl. Doch begingen wir dann einen kleinen Fehler und nahmen Jabba mit zum Abholen des Essens. Aufgrund seiner großen Masse und dieser heimtückischen Relativität verging die Zeit für uns in seiner Nähe viel langsamer als auf der Erde. So waren nach unsere Ankunft bereits mehrere Jahre vergangen und der Koch konnte uns keine Königsberger Klopse mehr verkaufen, sondern nur irgendwelche altmodischen Datenträger mit Bild und Ton darauf. Waren Dokumentationen über sehr arme Menschen. Die waren so arm, dass sie sich nicht mal Kleidung leisten konnten. Gefroren haben die deswegen und mussten sich eng aneinander kuscheln. Die haben die ganze Zeit gestöhnt, vermutlich aus Schmerz und Trauer. Der Koch machte auf uns einen sehr verwirrten Eindruck. Wir sollten 7 Engel mitbringen, sonst könnte er uns nicht reinlassen. 7 Engel! Ein Engel ist schon nervig. Aber ich schlepp doch keine 7 mit mir rum.

Also sind wir wieder zurückgeflogen und alles wäre ja auch schon längst vergessen. Verwirrte gibt es im Universum jede Menge und gerade auf der Erde scheint ein Nest zu sein. Da wäre das wohl weiter nicht aufgefallen. Doch wurden wir jetzt zum Chef bestellt. Und der war echt stinkig. Der Koch nervte ihn die ganze Zeit und wollte unbedingt sein Sohn sein. Als die Frau vom Chef davon Wind bekam, hing der Wolkensegen schief. Das mit dem unehelichen Sohn gab es ja schon mal vor 2000 Jahren mit Sananda.  Immer sind wir schuld. Gemein. Wenn irgendwo das blanke Chaos herrscht, dann heißt es gleich: „Lord Stultissiums sofort zum Chef!“

Wir haben dann versucht alles richtig zu stellen und den Koch nochmal gechannelt. Leider begreift der gar nichts. Angeschrien hat er uns. Obwohl wir ihn doch nur gebeten haben, damit aufzuhören. Aber er meinte nur: „Wir müssen gar nichts. Nicht Wir wollen etwas von euch, sondern ihr von Uns. Und wenn ihr meint, ihr schafft das ohne Uns, dann macht mal.“

Nun ja. Stimmt schon. Wir wollten was von ihm. Aber doch nur Königsberger Klopse. Inzwischen haben wir auch etwas gegessen. Und das haben wir ohne seine Hilfe geschafft.

Eigentlich habt ihr auf der Erde ja noch großes Glück, denn Lady Nadas erster Wunsch damals war Kaiserschmarrn. Seid bloß froh, dass sie überstimmt wurde.

Ähm. Was sagst du Jabba? Wie? Du hast Hunger? Was willst du? GÖTTERSPEISE?

NEIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Ist eine harte Woche für den König:

Königreich Deutschland – Dein ist der Korb – Vorgeschichte
Peterleaks – Fitzek so naiv wie seine Jünger
Dein ist der Korb! Ein weiteres Kapitel…

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6 Gedanken zu “Die Wahrheit über die Interdimensionalen

  1. Diese doch dezent einseitige Berichterstattung ist betrüblich! Zugegeben, im beschriebenen Fall hat sich der entsprechende Mitarbeiter alles andere als professionell verhalten… auch die Bewertung, die daraufhin im „Guide Cuisine Interdimensional“ erschienen ist, mag angesichts der hier niedergeschriebenen Ereignisse verständlich sein (Wortlaut: „Planet Erde: Alles doof! Nix Essen! Hunger! Groommmmmpf!“)… aber liebe, liebe Interdimensionale und artverwandte Entitäten, das war doch ein bedauerlicher Einzelfall. Aus dem wir sehr viel gelernt haben!
    Vieles wurde seitdem verbessert, auch eine nicht unerhebliche Menge an Frischlicht investiert, die Channel-Drive-Ins haben z.B. seit geraumer Zeit Feedback-Schleifen, damit ein Fall wie der hier angeprangerte nicht mehr vorkommen kann.
    Die gewünschte Menge Götterspeise (3 Kubikkilometer Waldmeister-Zitrone-Kirsch) ist jedenfalls in Kürze fertig zur Abholung. Und geht selbstverständlich, als kleine Wiedergutmachung für die erlittenen Unannehmlichkeiten, auf den Planeten. Guten Appetit!

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